Das Glaukom / „Grüner Star“

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Was ist ein Glaukom?

  • Glaukom ist eine Erkrankung , bei der es zu einer Schädigung des Sehnervs kommt.
    Die Schädigung des Sehnervs kann verursacht sein durch einen erhöhten Augendruck oder auch durch Durchblutungsstörungen des Sehnervs.

Woran erkennt der Augenarzt , dass die Gefahr eines Glaukoms besteht?

  • Bei einer augenärztlichen Untersuchung wird ihr Augenarzt den Sehnerv biomikroskopisch untersuchen. Sollten dabei glaukomspezifische Veränderungen vorhanden sein, wird er eine weitere Abklärung veranlassen. Verdächtig ist auch eine Augendruckerhöhung über 22mmHg. Auch in diesem Fall werden weiterführende Untersuchungen Aufschluss über eine Erkrankung geben.
  • Daneben stehen verschiedene apparative Möglichkeiten zur Früherkennung zur Verfügung. Bewährt hat sich dabei die Optische Kohärenztomografie, welche mittlerweile in fast allen Ordinationen eine Standarduntersuchung ist. Auch die Untersuchung evtl. vorhandener funktioneller Gesichtsfeldausfeme wird mittels einer Computerperimetrie überprüft.

Wie häufig tritt ein Glaukom auf?

  • Die Angaben über die Häufigkeit des Glaukoms schwanken etwas und liegen im Schnitt bei ca. 3-5% in Mitteleuropa.
  • Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter erheblich zu.
  • Außerdem gibt es anatomische Eigenheiten des Auges, welche gehäuft mit einer erhöhten Glaukomhäufigkeit einhergeht, z.B. Pseudoexfoliation.

Wie gefährlich ist ein Glaukom?

  • Die Gefährlichkeit ist vor allem dadurch gegeben, dass diese Erkrankung keinerlei Schmerzen verursacht. Der Kranke bemerkt das Glaukom erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Es ist dabei häufig schon zu Gesichtsfeldausfällen gekommen, welche nicht mehr rückgängig machbar sind.
  • Das Glaukom gehört zu den häufigsten Erblindungsursachen in den Industrieländern.

Wie erfolgt die Behandlung?

  • In der Regel reicht es aus den Augendruck mittels Augentropfen, welche die Kammerwasserproduktion oder den Kammerwasserabfluss positiv beeinflussen, zu senken.
  • Eine positive Beeinflussung bei speziellen Formen des Glaukoms kann auch über eine internistische Therapie erfolgen. Bei sehr schlecht therapierbaren Formen mit einem fortschreitenden Gesichtsfeldverlust ist eine Glaukomoperation notwendig.

Kann man ein Glaukom operieren?

  • Die Glaukomoperation gehört zu den Augenoperationen mit einer relativ hohen Komplikationsrate. In ca. 15-20% der operierten Fälle ist ein Zweiteingriff bzw. eine intensive Nachbetreuung erforderlich.

Ist ein Glaukom erblich?

  • Die Anlage zum Glaukom kann vererbt sein. Sollten Verwandte an einem Glaukom erkrankt sein, ist eine Kontrolle beim Augenarzt angeraten. Ein nachvollziehbarer Vererbungsweg ist derzeit nicht nachgewiesen.

Wann sollte die erste Augendruckmessung routinemäßig durchgeführt werden?

  • Unbedingt erforderlich ist es bei Verordnung der ersten Lesebrille auch den Augeninnendruck und die Netzhautuntersuchung durchzuführen. In der Regel wird dies zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr sein.

Welche allgemeine Risikofaktoren gibt es für ein Glaukom?

  • Die größte Rolle spielt beim Glaukom das Alter. Es kann das Glaukom zwar bereits im Kindesalter oder bei Neugeborenen auftreten, dies ist jedoch sehr selten.
  • Ab dem 40. Lebensjahr kommt es zu einer Häufung der Glaukomerkrankungen durch die Erhöhung des Abflusswiderstandes im Auge.
  • Eine weitere Rolle spielt die familiäre Belastung . Ein Einfluss der Vererbung wird vor allem bei jugendlichen Glaukomen beobachtet.
  • Im Moment ist eine eindeutige Vererbungslinie nicht nachweisbar. Die Anklage zur Erkrankung ist jedoch vorhanden.
  • Ein weiterer Risikofaktor ist die Ethnische Zugehörigkeit. Patienten afrikanischer Abstammung haben häufiger Augendruckerhöhungen mit nachfolgender Glaukomerkrankung.
  • Die Anatomie des Auges spielt eine große Rolle. Risiken bestehen bei höherer Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit.
  • Außerdem haben Durchblutungsstörungen einen eindeutigen negativen Effekt auf den Sehnerven. Statistisch nachgewiesen ist, dass Patienten mit einem Glaukom häufiger Durchblutungsstörungen haben als Gesunde.

Welche Untersuchungen sind zur Feststellung eines Glaukoms notwendig?

  • Bei einem Augenarztbesuch wird immer der Augeninnendruck gemessen. Diese Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Außerdem wird der Sehnervenkopf auf der Netzhaut mikroskopisch untersucht.
  • Eine weitere wichtige Untersuchung ist die Prüfung des Gesichtsfeldes. Bei Glaukomschädigung kommt es zu Gesichtsfeldausfällen, welche bereits früh mittels eines Perimeters nachweisbar sind.

Gibt es verschieden Formen der Glaukomerkrankung?

  • Ja. Es gibt sehr unterschiedliche Formen des Glaukoms.
  • Die häufigste Form ist das sogenannte Offenwinkelglaukom, eine seltenere Form ist das akute Winkelblockglaukom, bei dem es zu einer Abflussbehinderung des Kammerwassers über den Kammerwinkel kommt.
  • Außerdem gibt es eine Reihe von sekundären Glaukomen als Folge von Diabetes, Gefäßverschlüssen, Verletzungen oder auch Entzündungen.
  • Selten auftretend kommt auch das kindliche Glaukom und das juvenile Glaukom vor.

Gibt es ein Glaukom auch ohne Erhöhung des Augeninnendrucks?

  • Ja. Diese Form des Glaukoms ist überwiegend durch eine Durchblutungsstörung verursacht.
  • Ihr Augenarzt wird in Abwägung der Risikofaktoren und des Augenbefundes (Gesichtsfelduntersuchung, Augendruck, mikroskopische Untersuchung des Sehnerven, Messung der Hornhautdicke) abwägen, welche Therapie angezeigt ist.

Gibt es verschiedene Methoden zur Messung des Augeninnendrucks?

  • Es gibt verschiedene Tonometer( Druckmessgeräte).
  • Den korrektesten Wert liefert das Applanationstonometer von Goldmann, welches das Standardgerät bei Augenärzten ist.
  • Daneben gibt es auch Geräte, die über einen Luftstoß den Augeninnendruck messen. Diese Methode wird vor allem zur Screeninguntersuchung eingesetzt.

Darf man als Glaukomkranker Sport betreiben?

  • Es dürfen die meisten Sportarten problemlos betrieben werden. Bei Tauchern sollte eine Rücksprache mit dem Augenarzt erfolgen.

Dürfen Glaukomkranke rauchen?

  • Bei Gesichtsfeldausfällen sollte Nikotin streng gemieden werden auf Grund durchblutungsstörender Effekte.

Dürfen Glaukomkranke Kaffee und Tee trinken?

  • Der Genuß von Kaffee und Tee in normalem Mengen ist unbedenklich.

Dürfen Glaukomkranke Alkohol trinken?

  • Augendruckerhöhungen durch Alkohol sind nicht nachgewiesen. Eine Schädlichkeit kann nicht festgestellt werden.

Gibt es eine absolute Druckgrenze?

  • Eine Augendruckgrenze, ab der Schädigungen am Auge auftreten, kann man nicht festlegen. Diese Druckgrenze ist individuell verschieden und hängt von sehr vielen Faktoren ab. Eine schädigende Wirkung scheinen Druckwerte über 26mmHg über einen längeren Zeitraum zu haben. Allgemein gilt ein Druck bei gesundem Auge unter 22mmHg als normal.

Genügt es zu Überwachung dieser Erkrankung den Augendruck zu messen?

  • Nein. Neben der Augendruckmessung sollte regelmäßig eine Gesichtsfeldüberprüfung stattfinden. Die Häufigkeit ist abhängig vom Glaukomschaden. Daneben wird ihr Augenarzt regelmäßig den Sehnervenkopf untersuchen.

Kann man mit Laser eine Behandlung des Glaukoms durchführen?

  • Bei bestimmten Formen des Glaukoms und bei Gefahr eines akuten Glaukoms kann man mit einem Laser ein Öffnung in die Regenbogenhaut machen, um diese Gefahr zu bannen.
  • Daneben gibt es noch die sogenannte Lasertrabekuloplastik, bei der der Abfluss im Kammerwinkelbereich verbessert wird. Der Erfolg dieser Behandlung hält meist nur 1 bis 2 Jahre an und findet nur bei bestimmten Formen des Grünen Stars Anwendung.

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