Glaukom ist eine Erkrankung , bei der es zu einer Schädigung
des Sehnervs kommt.
Die Schädigung des Sehnervs kann verursacht sein durch einen erhöhten
Augendruck oder auch durch Durchblutungsstörungen des Sehnervs.
Woran erkennt der Augenarzt , dass
die Gefahr eines Glaukoms besteht?
Bei einer augenärztlichen Untersuchung wird ihr Augenarzt
den Sehnerv biomikroskopisch untersuchen. Sollten dabei glaukomspezifische
Veränderungen vorhanden sein, wird er eine weitere Abklärung
veranlassen. Verdächtig ist auch eine Augendruckerhöhung über
22mmHg. Auch in diesem Fall werden weiterführende Untersuchungen
Aufschluss über eine Erkrankung geben.
Wie häufig tritt ein Glaukom
auf?
Die Angaben über die Häufigkeit des Glaukoms
schwanken etwas und liegen im Schnitt bei ca. 3% in Mitteleuropa.
Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter erheblich zu.
Wie gefährlich ist ein Glaukom?
Die Gefährlichkeit ist vor allem dadurch gegeben,
dass diese Erkrankung keinerlei Schmerzen verursacht. Der Kranke bemerkt
das Glaukom erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Es ist dabei häufig
schon zu Gesichtsfeldausfällen gekommen, welche nicht mehr rückgängig
machbar sind.
Das Glaukom gehört zu den häufigsten Erblindungsursachen in den Industrieländern.
Wie erfolgt die Behandlung?
In der Regel reicht es aus den Augendruck mittels Augentropfen,
welche die Kammerwasserproduktion oder den Kammerwasserabfluss positiv
beeinflussen, zu senken.
Eine positive Beeinflussung bei speziellen Formen des Glaukoms kann
auch über
eine internistische Therapie erfolgen. Bei sehr schlecht therapierbaren Formen
mit einem fortschreitenden Gesichtsfeldverlust ist eine Glaukomoperation
notwendig.
Kann man ein Glaukom operieren?
Die Glaukomoperation gehört zu den Augenoperationen
mit einer relativ hohen Komplikationsrate. In ca. 15-20% der operierten
Fälle ist ein Zweiteingriff bzw. eine intensive Nachbetreuung
erforderlich.
Ist ein Glaukom erblich?
Die Anlage zum Glaukom kann vererbt sein. Sollten Verwandte
an einem Glaukom erkrankt sein, ist eine Kontrolle beim Augenarzt angeraten.
Ein nachvollziehbarer Vererbungsweg ist derzeit nicht nachgewiesen.
Wann sollte die erste Augendruckmessung
routinemäßig durchgeführt werden?
Unbedingt erforderlich ist es bei Verordnung der ersten
Lesebrille auch den Augeninnendruck und die Netzhautuntersuchung
durchzuführen.
In der Regel wird dies zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr sein.
Welche allgemeine Risikofaktoren
gibt es für ein Glaukom?
Die größte Rolle spielt beim Glaukom das Alter.
Es kann das Glaukom zwar bereits im Kindesalter oder bei Neugeborenen
auftreten, dies ist jedoch sehr selten.
Ab dem 40. Lebensjahr kommt es zu einer Häufung der Glaukomerkrankungen
durch die Erhöhung des Abflusswiderstandes im Auge.
Eine weitere Rolle spielt die familiäre Belastung . Ein Einfluss der
Vererbung wird vor allem bei jugendlichen Glaukomen beobachtet. Im Moment
ist eine eindeutige
Vererbungslinie nicht nachweisbar. Die Anklage zur Erkrankung ist jedoch
vorhanden.
Ein weiterer Risikofaktor ist die Rassenzugehörigkeit. Patienten afrikanischer
Abstammung haben häufiger Augendruckerhöhungen mit nachfolgender
Glaukomerkrankung.
Die Anatomie des Auges spielt eine große Rolle. Risiken bestehen bei
höherer Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit.
Außerdem haben Durchblutungsstörungen einen eindeutigen negativen
Effekt auf den Sehnerven. Statistisch nachgewiesen ist, dass Patienten mit
einem Glaukom häufiger Durchblutungsstörungen haben als Gesunde.
Welche Untersuchungen sind zur Feststellung
eines Glaukoms notwendig?
Bei einem Augenarztbesuch wird immer der Augeninnendruck
gemessen. Diese Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige
Minuten. Außerdem wird der Sehnervenkopf auf der Netzhaut mikroskopisch
untersucht.
Eine weitere wichtige Untersuchung ist die Prüfung des Gesichtsfeldes.
Bei Glaukomschädigung kommt es zu Gesichtsfeldausfällen, welche bereits
früh mittels eines Perimeters nachweisbar sind.
Gibt es verschieden Formen der Glaukomerkrankung?
Ja. Es gibt sehr unterschiedliche Formen des Glaukoms.
Die häufigste Form ist das sogenannte Offenwinkelglaukom, eine seltenere
Form ist das akute Winkelblockglaukom, bei dem es zu einer Abflussbehinderung
des Kammerwassers über den Kammerwinkel kommt.
Außerdem gibt es eine Reihe von sekundären Glaukomen als Folge von
Diabetes, Gefäßverschlüssen, Verletzungen oder auch Entzündungen.
Selten auftretend kommt auch das kindliche Glaukom und das juvenile Glaukom
vor.
Gibt es ein Glaukom auch ohne Erhöhung
des Augeninnendrucks?
Ja. Diese Form des Glaukoms ist überwiegend durch
eine Durchblutungsstörung verursacht.
Ihr Augenarzt wird in Abwägung der Risikofaktoren und des Augenbefundes
(Gesichtsfelduntersuchung, Augendruck, mikroskopische Untersuchung des Sehnerven,
Messung der Hornhautdicke) abwägen, welche Therapie angezeigt ist.
Gibt es verschiedene Methoden zur
Messung des Augeninnendrucks?
Es gibt verschiedene Tonometer( Druckmessgeräte).
Den korrektesten Wert liefert das Applanationstonometer von Goldmann,
welches das Standardgerät bei Augenärzten ist.
Daneben gibt es auch Geräte, die über einen Luftstoß den
Augeninnendruck messen. Diese Methode wird vor allem zur Screeninguntersuchung
eingesetzt.
Darf man als Glaukomkranker Sport
betreiben?
Es dürfen die meisten Sportarten problemlos betrieben
werden. Bei Tauchern sollte eine Rücksprache mit dem Augenarzt
erfolgen.
Dürfen Glaukomkranke rauchen?
Bei Gesichtsfeldausfällen sollte Nikotin streng gemieden
werden auf Grund durchblutungsstörender Effekte.
Dürfen Glaukomkranke Kaffee und
Tee trinken?
Der Genuß von Kaffee und Tee in normalem Mengen ist
unbedenklich.
Dürfen Glaukomkranke Alkohol
trinken?
Augendruckerhöhungen durch Alkohol sind nicht nachgewiesen.
Eine Schädlichkeit kann nicht festgestellt werden.
Gibt es eine absolute Druckgrenze?
Eine Augendruckgrenze, ab der Schädigungen am Auge
auftreten, kann man nicht festlegen. Diese Druckgrenze ist individuell
verschieden und hängt von sehr vielen Faktoren ab. Eine schädigende
Wirkung scheinen Druckwerte über 26mmHg über einen längeren
Zeitraum zu haben. Allgemein gilt ein Druck bei gesundem Auge unter
22mmHg als normal.
Genügt es zu Überwachung
dieser Erkrankung den Augendruck zu messen?
Nein. Neben der Augendruckmessung sollte regelmäßig
eine Gesichtsfeldüberprüfung stattfinden. Die Häufigkeit
ist abhängig vom Glaukomschaden. Daneben wird ihr Augenarzt regelmäßig
den Sehnervenkopf untersuchen.
Kann man mit Laser eine Behandlung
des Glaukoms durchführen?
Bei bestimmten Formen des Glaukoms und bei Gefahr eines
akuten Glaukoms kann man mit einem Laser ein Öffnung in die Regenbogenhaut
machen, um diese Gefahr zu bannen.
Daneben gibt es noch die sogenannte Lasertrabekuloplastik, bei der
der Abfluss im Kammerwinkelbereich verbessert wird. Der Erfolg dieser
Behandlung hält
meist nur 1 bis 2 Jahre an und findet nur bei bestimmten Formen des Grünen
Stars Anwendung.
Artikel: Dr. med. Walter Mair
Alle Angaben ohne Gewähr!
Dr. med. univ.
Mair Walter | Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie | Kufstein
Augenchirurgische Operationen, Laser, Kinderophthalmologie, Kontaktlinsenstudio