Die Konjunktiva ist eine durchsichtige Schleimhaut, welche
den Augapfel umkleidet und sich an der Innenseite der Lider fortsetzt.
Diese Hülle ermöglicht eine nahezu reibungsfreie Bewegung
des Augapfels in alle Bewegungsrichtungen. Die Konjunktiva enthält
Zellen und Drüsen, die für die Befeuchtung der Hornhaut sehr
bedeutend sind. Auch sammeln sich im Laufe der ersten Lebensjahre Lymphozyten
an, welche eine wichtige Abwehrfunktion erfüllen.
Wie häufig ist eine Konjunktivitis?
Die Bindehautentzündung ist die am häufigsten
auftretende Augenerkrankung.
Was lässt mich eine Konjunktivitis
vermuten?
Vom äußeren Aspekt her ist das Auge rot, durch
eine vermehrte Durchblutung der Bindehaut. Außerdem tritt eine
Sekretion auf welche eitrig, schleimig oder wässrig sein kann.
Oft ist die Entzündung auch von einer Lidschwellung begleitet.
Welche Beschwerden macht eine Konjunktivitis?
Auffallendste Beschwerden sind Fremdkörpergefühl,
Augenbrennen und Juckreiz. Die Sekretion führt zu morgendlichem
Verklebtsein der Lider.
Muss ich mit einem „roten
Auge“ zum Augenarzt?
Nur der Augenarzt kann die Ursache der Konjunktivitis
feststellen und wenn nötig bzw. möglich eine kausale Therapie
einleiten.
WICHTIG: Ein rotes Auge kann auch ein äußeres Zeichen für
eine andere schwerere Augenerkrankung sein, wie z.B.: Entzündungen der
Hornhaut, Lederhaut, Regenbogenhaut, Augenmuskeln oder Lider bzw. des Bindegewebes
welches das Auge umgibt.
Unkorrigierte bzw. unzulänglich korrigierte Brechungsfehler
des Auges
Überanstrengung
Infektiöse Allgemeinerkrankung, z.B. Begleitkonjunktivitis
bei grippalem Infekt
Schwerwiegendere Augenerkrankung
Kann ich eine Konjunktivitis selber
behandeln?
Nur ein Augenarzt kann durch die klinische und eventuell
laborchemische Untersuchung die Ursache der Entzündung identifizieren.
Erst dann kann eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.
Von einer Selbstbehandlung, auch durch rezeptfrei erhältliche Medikamente
ist dringend abzuraten, denn auch diese können, falsch angewendet, Schaden
anrichten.
Sehr viele dieser Mittel enthalten gefäßverengende Substanzen
(sog. Vasokonstriktiva). Zwar wirken diese kurzfristig recht gut. Bei längerer
Anwendung kann es aber nach Abklingen der Wirkung zu einer reflexbedingten
vermehrten Durchblutung der Bindehaut und somit zu einer erneuten Rötung
des Auges kommen.
So dürfen auch cortisonhaltige Augentropfen nicht wahllos verwendet
werden. Sie schwächen die Abwehrreaktion des Körpers und können
somit eine Infektion erst recht zum Ausbruch bringen (z.B. durch Herpesviren
oder Bakterien). Zudem verstärken sie die Trockenheit des Auges und
können nach längerer Anwendung zum grünen oder grauen Star
führen.
Darf ich Naturheilmittel verwenden?
Auch Heilkräuter, vor allem die Kamille, haben keinen
Platz in der Augenheilkunde, da sie hier vielfach Allergien hervorrufen.
Wie verhindere ich bei ansteckender
Konjunktivitis eine Übertragung?
Die größte Ansteckungsgefahr besteht bei der
sog. Keratokonjunktivitis epidemica, einer durch Adenoviren hervorgerufenen
Bindehautentzündung mit oder ohne Hornhautbeteiligung.
Diese Entzündung wird durch Kontakt übertragen. Wenn sich der Patient
die stark juckenden Augen reibt, dann Hände schütteln oder gemeinsame
Waschlappen oder Handtücher verwendet. Erkrankte Kinder müssen
dem Kindergarten oder der Schule fern bleiben bis die Ansteckungsgefahr von
ca. zehn Tagen Dauer vorüber ist. In dieser Zeit sollten auch Erwachsene
krankgeschrieben werden um das Ausbreiten einer Epidemie zu verhindern.
Haben Kontaktlinsenträger
ein erhöhtes Risiko an einer Augenentzündung zu erkranken?
An der Bindehaut besteht, vor allem für Träger
weicher Kontaktlinsen, das Risiko der Entwicklung einer allergischen
Reaktion.
Dabei kann sich eine Allergie auf das Konservierungsmittel Thiomersal,
welches in Kontaktlinsenpflegemitteln enthalten ist, entwickeln.
In diesem Fall sollte die Reinigung der Kontaktlinsen mit thiomersalfreien
Lösungen erfolgen.
Auch können Proteinablagerungen an, vor allem weichen Kontaktlinsen,
als Allergene agieren. Patienten mit Asthma, Heuschnupfen oder Tierhaarallergie
scheinen ein erhöhtes Risiko zu haben. Eine optimale Linsenhygiene
und eine Minimierung der Tragezeit kann dem entgegen wirken.
Schwerwiegendere Komplikationen betreffen vor allem die Hornhaut.
An dieser Stelle soll nur kurz erwähnt werden, dass vor allem
weiche Kontaktlinsen bei verlängerter Tragedauer und mangelhafter
Kontaktlinsenhygiene einen wesentlichen prädisponierenden Faktor
darstellen für eine Infektion der Hornhaut.
Was tue ich bei plötzlicher Kontaktlinsenunverträglichkeit?
Jeder Kontaktlinsenträger mit akut schmerzhaftem
rotem Auge sollte umgehend einen Augenarzt aufsuchen.
Was bedeutet „trockenes Auge“?
Die Tränensekretion hat eine Ruhe- und eine Reflexkomponente.
Die Reflexsekretion folgt der Stimulation der Hornhaut und der Bindehaut
bei Tränenfilmabbruch und Bildung trockener Flecken.
Der Tränenfilm besteht aus drei verschiedenen Schichten: Lipidschicht,
wässrige Schicht und Muzinschicht.
Das trockene Auge ist primär auf einen Mangel der wässrigen Phase
zurückzuführen, vor allem bei älteren Personen. Aber auch
bei normaler Tränenmenge können Störungen der Muzin- oder
Lipidphase entsprechende Beschwerden bereiten.
Was ist die Ursache trockener Augen?
Eine Keratokonjunktivitis sicca kommt häufig bei
Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises vor. Aber auch im fortgeschrittenen
Alter, bevorzugt beim weiblichen Geschlecht, bei Einnahme von Ovulationshemmern
(Pille) oder Verwendung cortisonhaltiger und adstringierender Augentropfen.
Verstärkt werden die Symptome durch Bedingungen; die mit einer verstärkten
Evaporation und somit einem verfrühten Aufreißen des Tränenfilms
verbunden sind. Z.B.: Zentralheizung, Klimaanlage, Wind, lange angestrengtes
lesen, nächtliche Autofahrten.
Warum tränt ein trockenes
Auge?
Durch kurzfristige überschießende Sekretion
der wässrigen Phase entsteht vermehrter Tränenfluss. Andere
Beschwerden eines sog. „trockenen Auges“ sind Fremdkörpergefühl
und Rötung der Bindehaut. Selten beklagen Patienten ein Trockenheitsgefühl.
Wie behandle ich ein „trockenes
Auge“?
Am einfachsten ist es die Erkrankung durch Vermeiden
der oben genannten verstärkenden Situationen positiv zu beeinflussen.
Ansonsten stehen zahlreich Tränenersatzmittel zur Verfügung, die
regelmäßig angewendet werden sollten.
Nur bei Patienten mit ausgeprägter Keratokonjunktivitis sicca empfiehlt
sich ein Verschluss der Tränenpünktchen.
Artikel: Dr. med. Dünser Markus
Alle Angaben ohne Gewähr!
Dr. med. univ.
Mair Walter | Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie | Kufstein
Augenchirurgische Operationen, Laser, Kinderophthalmologie, Kontaktlinsenstudio